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Über Depressionen


Eigentlich ist Susanne am Ziel ihrer Träume: Sie hat einen interessanten Job, einen netten Mann und ein süßes Kind. Doch von Zeit zu Zeit setzen immer wieder diese unerklärlichen Stimmungstiefs ein, dann fühlt sie sich erschöpft und niedergeschlagen und kann sich nur noch mühsam aufraffen, ihre kleine Tochter zu versorgen. Wochenlang schläft sie schlecht – obwohl sie Erholung doch so dringend nötig hätte.

Susanne ist an einer Depression erkrankt. Forscher haben herausgefunden, dass dieser Erkrankung eine Stoffwechselstörung im Gehirn zugrunde liegt. Botenstoffe, sog. Neurotransmitter, sind aus dem Gleichgewicht geraten, was zu seelischen und körperlichen Veränderungen führt. Eine Depression ist demnach eine Erkrankung mit biologisch erklärbarer Ursache – und kein Makel, dessen man sich schämen muss!

Viele Menschen leiden jahrelang, weil es schwierig sein kann, hinter vagen Symptomen die verborgene Depression zu entdecken. Bei älteren Menschen werden körperliche und auch psychische Beschwerden auf das Alter oder chronische Erkrankungen zurückgeführt – und an eine depressive Erkrankung wird gar nicht gedacht.

Der betroffene Mensch leidet enorm unter dem alles überdeckenden Gefühl der Sinn- und Hoffnungslosigkeit. Oft kommt es zu Rückfällen, nachdem der oder die Betroffene schon dachte, die Krankheit sei gebannt. Heute stehen allerdings gute Behandlungsmöglichkeiten für alle Altersgruppen zur Verfügung. Es gibt wirksame Medikamente, die das Gleichgewicht der Botenstoffe im Gehirn wiederherstellen und – nicht zur Abhängigkeit führen.

Bei leichter bis mittelschwerer Erkrankung steht zunächst eine Psychotherapie im Vordergrund, die helfen soll, besser mit der Erkrankung umzugehen. Gelegentlich sind Patienten allerdings bereits so erschöpft, dass sie erst nach einer medikamentösen Behandlung in der Lage sind, genug Energie zu entwickeln, sich um ihre Belange zu kümmern. Ein neuer Schritt wurde mit der Entwicklung von sSNRI erzielt, einem Medikament, das sowohl die Konzentration von Serotonin als auch Noradrenalin im Gehirn günstig beeinflusst.

Quelle: Medical Tribune, Dez. 2007

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