Das Internetportal für Menschen in der zweiten Lebenshälfte 
 
Ihr Standort: Gesundheit & Vorsorge > Gesund im Alter
 Termine
<< September 2010 >>
KW Mo Di Mi Do Fr Sa So
35     1 2 3 4 5
36 6 7 8 9 10 11 12
37 13 14 15 16 17 18 19
38 20 21 22 23 24 25 26
39   27 28 29 30      
 Entspannter Tag - Entspannte Nacht...
 Schüßler-Salze für Jung und Alt...

 login

Demenz
– Ein unausweichliches Altersschicksal?
Bovenden (31.05.2010).

 

Gemeinsame Fachtagung der Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisationen und des Zukunftsforums Demenz

Bildung und kognitive Aktivitäten führen nachweislich zu einem späteren Auftreten von Symptomen einer Demenz vom Typ Alzheimer. Bei vaskulären, d.h. arteriosklerotisch bedingten Formen, die rund ein Drittel der Demenzerkrankungen ausmachen, sind die Möglichkeiten der Vorbeugung sogar besonders groß. – Mit diesen Erkenntnissen beschäftigten sich 140 Fachleute aus Wissenschaft und Praxis am 18. Mai 2010 in Bonn. Die Fachtagung wurde von der Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisationen (BAGSO) und dem Zukunftsforum Demenz veranstaltet.

„Es ist uns als Lobby der Älteren wichtig, dass erprobte Präventions- und Therapieansätze, nach denen die Erkrankten und ihre Angehörigen, aber auch professionelle Pflegekräfte händeringend suchen, stärker in die Öffentlichkeit getragen werden“, so die BAGSO-Vorsitzende Prof. Dr. Ursula Lehr, die die Veranstaltung moderierte.

Ein großes Problem sei, dass Demenzen oft zu spät diagnostiziert werden mit der folgenschweren Konsequenz, dass sowohl das kognitive, körperliche und sozial-kommunikative Training als auch die medikamentöse Therapie viel zu spät beginnen, so Prof. Dr. Andreas Kruse, Direktor des Instituts für Gerontologie an der Universität Heidelberg.

Günther Sauerbrey, verantwortlich für das Zukunftsforum Demenz, einer Initiative des Unternehmens Merz, beklagte zum einen, dass die Möglichkeiten der Frühdiagnostik viel zu selten genutzt werden, zum anderen, dass nur etwa ein Viertel der Demenzkranken leitliniengerecht Antidementia erhalten. Er forderte zudem, dass die vorgesehene Weiterentwicklung des Pflegebedürftigkeitsbegriffs endlich umgesetzt werde, damit der bei Demenzkranken anfallende Betreuungsaufwand zumindest teilweise als Leistung der Pflegeversicherung anerkannt wird.

Prof. Dr. Hans Georg Nehen, Leiter der Memory Clinic in Essen, stellte das Konzept einer multidisziplinären (Früh-)Diagnostik von Demenzerkrankungen vor. Das Team setzt sich jeweils aus einem Gerontologen, einem Psychologen, einem geriatrisch spezialisierten Neurologen sowie einem internistischen Geriater zusammen.

In einer Langzeitstudie der Universität Nürnberg-Erlangen konnte die präventive Wirkung eines kombinierten Trainings nachgewiesen werden. Mit dem Training von Gedächtnis und Alltagskompetenzen sowie Bewegungsangeboten kann eine möglichst lange Selbstständigkeit älterer Menschen erreicht werden. „Dadurch kann nicht nur die Lebensqualität der älteren Menschen erhöht werden, es ergeben sich darüber hinaus Einsparmöglichkeiten in Milliardenhöhe“, so der Leiter der SimA-Studie Prof. Dr. Wolf D. Oswald. Gelinge es, die Pflegebedürftigkeit aller pflegebedürftigen Menschen nur um einen Monat aufzuschieben, so liege die Kostenersparnis bei 1,21 Mrd. € im Jahr.

Ein gezieltes Bewegungsprogramm (Neue Aktionsräume für Menschen mit Demenz und ihre Angehörige - NADiA) des Instituts für Bewegungs- und Sportgerontologie an der Sporthochschule Köln zeigt ebenfalls positive Effekte.

Dass demenziell erkrankte Menschen – entgegen einer weit verbreiteten Sichtweise – in einer von Akzeptanz und Einfühlungsvermögen getragenen Atmosphäre durchaus auch Freude und Glück empfinden, betonten nicht nur die Referentinnen und Referenten, sondern immer wieder auch Teilnehmende, die aus ihrer Arbeit mit Demenzkranken berichteten.

Fazit: Demenzen sind nicht heilbar, aber es gibt Möglichkeiten, das Auftreten von Krankheitssymptomen zu verzögern. „Nutzen wir diese Chancen, denn jeder, der mit demenzkranken Menschen – ob privat oder beruflich – zu tun hat, weiß: Schon eine Nicht-Verschlechterung der Krankheit ist ein Gewinn!“ so die BAGSO-Vorsitzende zum Abschluss der Tagung.

Kurze Zusammenfassungen der Vorträge finden Sie unter www.bagso.de

Weitere Informationen:

Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisationen e.V. (BAGSO)

Ursula Lenz

Bonngasse 10, 53111 Bonn

Tel.: 02 28 / 24 99 93 18, Fax: 02 28 / 24 99 93 20

E-Mail: lenz@bagso.de

www.bagso.de

 

Druckversion des Artikels anzeigen...  Artikel weiterempfehlen...
Im Alter in Form
BAGSO-Gesundheitsprävention
Bovenden (02.12.2009). Pressemitteilung 26/2009 Bonn, 1.12.2009 Gesundheitsprävention in der Verbandsarbeit veranker... [Klaus Tzschentke, Seniorenbeirat Bovenden][mehr...]
Schlaganfall
Erkennen und Helfen
Bovenden (02.11.2009). Ein wahres Ereignis:  Während gegrillt wurde, stolperte Ingrid und fiel hin. Man bot ihr ... [Klaus Tzschentke, Seniorenbeirat Bovenden][mehr...]
Impfen lassen
Bagso empfiehlt - Impfen lassen
(13.10.2007). Impfungen werden zu Pflichtleistungen der Gesetzlichen Krankenkassen. Welche Schutzimpfung übernom... [Klaus Tzschentke, Seniorenbeirat Bovenden][mehr...]
Brüchige Fingernägel
Was hilft gegen dieses häufige Ärgernis
(15.08.2007). Gerade auch bei älter werdenden Menschen machen die Fingernägel Probleme: Sie weisen Längsrill... [Thomas Minzloff, ][mehr...]
Wieder richtig gerne essen
Warum Senioren oft die Lust am Essen verlieren
(06.08.2007). Wenn ältere Menschen Gewicht verlieren und dadurch gebrechlich wirken, können zunächst völlig unve... [mehr...]
Verbesserte Hör- und Lebensqualität
Innovatives Hörimplantat
Köln (ots) (02.08.2007). Die Klinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde (Chefarzt: Prof. Dr. Steffen Maune) bietet ... [mehr...]
Freie Medikamente günstig kaufen
Online oder bei der Hausapotheke?
(01.08.2007). Im Alltag hat man öfter mal Bedarf für eine pflegende Salbe, ein Anti-Schuppen-Shampoo, ei... [Thomas Minzloff, ][mehr...]
Krankenakten des Arztes
Wer darf Einsicht nehmen?
Die hohe Informationsdichte der Krankenakten hat vielfältige Begehrlichkeiten geweckt. Zahlreiche ... [mehr...]
Moderne Wege der Schmerztherapie
lindern und verhindern
Jeder vierte ältere Mensch leidet dauernd oder häufig wiederkehrend unter Schmerzen. Häufig betrac... [mehr...]
Anti-Sturz-Training
Wer älter wird, fällt schneller hin
Man schätzt, dass etwa ein Drittel der Menschen über 65 Jahren in Deutschland mindestens einmal pr... [mehr...]
Gesundheitsperspektiven im Alter
Internet-Videos - eine moderne Form der Wissenspräsentation
In Osnabrück enststeht eine interessante Video-Plattform für Senioren im Internet: Der Wissenschaf... [mehr...]
Was ist alternde Haut?
Veränderungen, Behandlungen
Wenn man älter wird, sieht und fühlt man bestimmte Veränderungen an der Haut. Einige dieser Ve... [mehr...]
Inkontinenz
Blasenschwäche - Volkskrankheit mit Tabu
Inkontinenz - das bedeutet schlagartiger Harndrang, unkontrollierbarer Urinverlust und unangeneh... [mehr...]
Gesundheitsreform 2007
Was bringt sie Neues?
Das neue Gesetz zur Reform des Gesundheitswesens tritt am 1. April 2007 in Kraft. Es betrifft ni... [mehr...]
© 2005 - 2010 k1webPublisher 2.5 by k1 mediendesign henrik kierbaum