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Trekking und Bergsteigen in Südamerika
Hans-Jürgen Zobel berichtet von seinen Reisen (1)
Zobel auf dem Gipfel des Alpamayo

Bereits als Kind wurde ich an die Schönheiten der Natur herangeführt. Mein Vater, Jäger, begeisterter Bergwanderer und Leicafotograf vererbte mir seine Passionen. Vor mehr als 40 Jahren begann ich meine ehrenamtliche Karriere im Deutschen Alpenverein, zunächst als Jugendleiter und Jugendreferent, später dann habe ich als geprüfter Fachübungsleiter für Bergsteigen als Bergführer und Ausbilder im DAV gewirkt. Meiner Begeisterung für das alpine Klettern in Fels und Eis erforderte bei meinem Anspruch viele, viele Trainingswochenenden in den Niedersächsischen Klettergärten und Klettertouren in den Alpen - zusätzlich zu meinen Kursangeboten für alpines Klettern in Fels und Eis und auch für Skihochtouren und Skialpin.
Ein Traum stand bis 1995 immer wieder vor mir: Bersteigen in den 5000ern der Anden. Nach einem ersten Kontakt mit dem peruanischen Bergführer Antonio Semangas, mit dem mich seit vielen Jahren eine Freundschaft verbindet, und nach intensiver Vorbereitung, startete ich im November 1995, inzwischen 59 Jahre alt, zu meiner ersten Expedition nach ECUADOR. Knapp sechs Wochen dauerte diese Abenteuerreise, bei der ich teils mit einer Gruppe, aber oft auch allein auf mich gestellt, das unglaublich abwechslungsreiche Hochland auf teils recht abenteuerlichen Weganlagen mit einem Geländeauto oder auf Trampelpfaden zu Fuß erkundete. Dabei kamen auch die kulturellen Sehenswürdigkeiten nicht zu kurz.
Spannend natürlich mein erster Kontakt mit dem Urwald. Von einem sehr einfachen, mitunter recht matschigen Urwaldcamp mit Zeltübernachtung durchstreifte ich mit einigen weiteren Abenteurern, geführt von sehr kundigen, gut ausgebildeten Indianern, per Einbaum die verschiedenen Flussarme des Rio Napo oder wir kämpften uns mit der Machete durch den Urwald.
Von einem einfachen, spartanisch eingerichteten Boot schipperte ich mit noch 5 Teilnehmern von Insel zu Insel des Galapagosarchipels.
Bei allen Unternehmungen war meine schwere Mittelformatfotoausrüstung stets dabei. Die Ausbeute stellte ich im Folgejahr neben meinen anderen Reisediavorträgen der Öffentlichkeit vor. Vorträge die ich seit kurzer Zeit in digitalisiertem Format als Audiovision per Beamer und einer 3x4 m Leinwand vorstelle.
Dieser erste Ausflug nach Südamerika wurde zum Virus: 5 weitere Expeditionen in die Andenwelt von Bolivien, Peru und auch wieder Ecuador folgten mit Trekking und Bergsteigen im ewigen Eis der Anden. Es waren aber nicht allein die Berge der Anden. Ich wollte auch wissen, wie kommen die Menschen in einer teilweise sehr unwirtlichen Umwelt zurecht, wie leben sie und wovon ernähren sie sich. Mein Interesse galt ebenso den längst vergangenen Kulturen der Inkas und der Indianerstämme.
Alle Reisen in diese Länder wurden mit meiner relativ schweren Fotoausrüstung (ca. 2 kg) zu einer Herausforderung an meine Kondition. Jeder, der sich mit dem Fotoapparat in den unterschiedlichsten Klimazonen von -20° C auf dem ewigen Eis und wenig später dann im Urwald bei fast 99 % Luftfeuchtigkeit und +34° C im Zelt aufgehalten hat, weiss, was der Technik der Kamera, dem belichteten Filmmaterial und nebenbei dem Fotografen zugemutet wird. Da hilft kein Kursus, kein Internet, da helfen nur die Erfahrung und die Beherrschung von Material und die persönliche Einstellung. Wichtig aber auch, nicht die Fragen zu stellen: warum, wofür, für wen? Denn oft steht Erfolg und Misserfolg sehr dicht beieinander.
Oftmals, wenn ich allein und mit einem geliehenen Geländewagen auf wirklich abenteuerlichen Straßen unterwegs war, dachte ich bei mir: nur gut, dass deine Thea zu Hause nichts davon mitbekommt.

Der besseren Lesbarkeit wegen haben wir die Berichte von Herrn Zobel in drei Abschnitte geteilt. Bitte lesen Sie auch die anderen Teile (1-3).
  "In den Anden Boliviens"
  "Eines der Abenteuer in Ecuador 1996"
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